Wenn Sie Commerce Connector evaluieren — die Schweizer Where-to-Buy-Plattform — fragen Sie sich vermutlich, ob es eine DACH-fokussierte Alternative gibt, die nicht nur den Klick zum Händler optimiert, sondern den Verkauf vollständig auf Ihrer eigenen Website abschließt. Diese Seite vergleicht Commerce Connector und Next Commerce direkt, ehrlich und ohne Marketing-Layer.
Die kurze Antwort: Where-to-Buy vs. Direct-to-Dealer
Commerce Connector und Next Commerce lösen unterschiedliche Probleme:
- Commerce Connector (Where-to-Buy): Auf der Hersteller-Produktseite zeigt ein Widget, welche Händler das Produkt führen — online und stationär. Der Kunde klickt durch zum Händler und kauft dort. Hersteller-Kundendaten entstehen nicht.
- Next Commerce (Direct-to-Dealer): Auf der Hersteller-Produktseite gibt es einen "Kaufen"-Button. Der Kunde gibt seine Daten beim Hersteller ein, bezahlt beim Hersteller. Der Händler bekommt die Bestellung als fertig bezahlten Auftrag und versendet die Ware. Vertrag entsteht zwischen Hersteller und Endkunde.
Direkter Funktionsvergleich
| Funktion | Commerce Connector | Next Commerce |
|---|---|---|
| Hauptzweck | Where-to-Buy / Produkt-Lokalisierung | Direkter Verkauf via Händlernetz |
| Vertrag entsteht zwischen | Endkunde ↔ Händler | Endkunde ↔ Hersteller |
| Bezahlt wird bei | Händler | Hersteller |
| Hersteller-Kundendaten | Nein (nur Klick-Daten) | Vollständig (Name, Adresse, Mail, Kaufhistorie) |
| Marketing-Consent | Wird beim Händler eingeholt | Wird beim Hersteller eingeholt |
| Channel-Konflikt | Vermieden (Hersteller verkauft nicht selbst) | Aufgelöst (Händler erfüllt, Marke verkauft) |
| Händler-Integration | Lagerbestände, Preis, Klick-Tracking | Bestellung, Versand, Auszahlung via Stripe |
| Auszahlung an Händler | Nicht relevant (Händler erhält Klick-Konversion) | Stripe Express, automatisch nach Bestellabschluss |
| Datenhaltung | Schweiz / international | Deutschland (Frankfurt) |
| Sprachen | EU-weit, primär EN/FR/DE/IT | EU-weit, primär DE/EN, 27-Sprachen-Roadmap |
| Plattformgebühr | Lizenz + Klick-Modell | 2 % + 1 € pro Bestellung |
| Setup-Komplexität | Mittel (Inventory-Feeds pro Händler) | Niedrig (Händler bekommt Stripe Express-Onboarding) |
Wann Commerce Connector die richtige Wahl ist
Drei Konstellationen, in denen Commerce Connector besser passt:
- Sie wollen den Vertrag NICHT direkt mit dem Endkunden. Gründe: Bonitätsprüfung, B2B-Abrechnung, regulatorische Restriktionen (z. B. bei Pharma-/Drogerie-Artikeln). Where-to-Buy lässt den Vertrag beim Händler.
- Stationärer Handel ist ein gleichwertiger Kanal. Commerce Connector hat eine ausgereifte Storefinder-Komponente und integriert stationäre + Online-Bestände in einem Widget.
- Sie haben kein Interesse an Markenkundendaten. Wenn die Markenführung über klassisches Branding läuft und der direkte Endkundenkontakt für Sie keinen Mehrwert hat.
Wann Next Commerce die richtige Wahl ist
Drei Konstellationen, in denen Next Commerce passt:
- Sie wollen Markenkundendaten direkt aufbauen. Wer kauft Ihre Produkte? Wann? Wie oft? Welche Newsletter-Opt-ins erteilt der Kunde? Diese Daten sind bei Where-to-Buy strukturell nicht erreichbar — bei Direct-to-Dealer entstehen sie als Nebenprodukt jedes Kaufs.
- Sie wollen direkten Endkunden-Support steuern. Garantie-Fälle, Reklamationen, Cross-Sell, Upgrade-Programme — alles, wofür Sie wissen müssen, wem Sie was verkauft haben.
- Sie wollen keinen eigenen D2C-Shop mit Lager und Versand. Direct-to-Dealer ist D2C ohne Fulfillment-Risiko: Sie führen kein Lager, retournieren keine Ware, haben keine Logistik-Kosten. Der Händler — typischerweise mit eingespieltem Lager + Versand — übernimmt die operative Seite.
Was sich praktisch unterscheidet
Setup für den Hersteller
Commerce Connector verlangt einen kontinuierlichen Feed pro Händler: Lagerbestände, Preise, ggf. Lieferzeiten. Bei 50 Händlern sind das 50 Feed-Integrationen, die regelmäßig aktualisiert werden müssen. Bei Next Commerce erstellen Sie einmal Ihren Produktkatalog auf der Hersteller-Website (Sie haben den Katalog ohnehin schon — er ist die Produktdetailseite). Die Lagerbestände bleiben bei den Händlern; jeder Händler markiert in seinem Dashboard, welche Produkte er führt + zu welchen Konditionen. Setup-Zeit pro Händler: 15–30 Minuten Onboarding.
Auszahlung an den Händler
Bei Commerce Connector zahlt der Endkunde direkt an den Händler — keine zwischengeschaltete Plattform-Auszahlung. Bei Next Commerce wird die Zahlung über Stripe Express abgewickelt: Der Endkunde bezahlt an die Hersteller-Stripe-Connect-Adresse, abzüglich Plattformgebühr (2 % + 1 €) und Händler-Marge (vom Hersteller pro Händler definierbar) wird die Auszahlung automatisch täglich/wöchentlich auf das Händler-Konto vorgenommen. Keine manuelle Rechnung, keine SEPA-Pull, keine Mahnwesen-Belastung beim Händler.
DSGVO + Datenhaltung
Commerce Connector hat seinen Sitz in der Schweiz. Bei Direkt-vom-Schweizer-Rechenzentrum bedient gilt das EU-Schweiz-Datenschutzabkommen (Drittland-Status), für viele DACH-Hersteller kein Problem, aber für regulierte Branchen oft eine Hürde. Next Commerce hostet auf Vercel mit Region-Pinning auf Frankfurt; Stripe verarbeitet in der EU. Vollständig EU-DSGVO im engeren Sinne.
Preismodell
Commerce Connector arbeitet typischerweise mit Lizenzgebühren plus Klick-Modell (Where-to-Buy-Konversionsklicks). Die Preise sind individuell verhandelt. Next Commerce: gestaffelte Monatsgebühr €299–€4.999+ je nach Sortimentsgröße und Händleranzahl, plus 2 % + 1 € pro Bestellung als Plattform-Fee. Preisdetails auf Anfrage.
Migration: Können Sie von Commerce Connector zu Next Commerce wechseln?
Ja, aber es ist nicht trivial. Drei Aspekte:
- Händler-Onboarding parallel: Während Sie Next Commerce aufsetzen, läuft Ihr Commerce-Connector-Setup weiter. Für 30–60 Tage haben Sie beide Systeme aktiv. Händler entscheiden sich für eines (in der Praxis bleiben viele auch hybride).
- Produktkatalog-Mapping: Wenn Sie bisher den Commerce-Connector-Feed an die Händler liefern, müssen Sie diesen jetzt in Ihrer eigenen PDP-Datenbank pflegen. Für Hersteller, die ohnehin eine Hersteller-Website betreiben, ist das ein Refactor, kein Neuaufbau.
- Marketing-Domain-Shift: Marketing-Kampagnen (Google Ads, Meta Ads) wandern von "Klick-zum-Händler" zu "Klick-zur-Hersteller-PDP-mit-Kaufen-Button". CPAs verbessern sich typischerweise um 20–35 %, weil die Konversion innerhalb des Markenvertrauensraums abgeschlossen wird.
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